Am 6. Juni 2011 veröffentlichte Folkrock Musiker Frank Turner sein neuestes Album England Keep My Bones.

Das vor allem dieses Album ihm vieles ermöglichen würde, war zu der Zeit noch nicht vorherzusehen. 2012 spielte er seine erste Arena Show im Wembley Stadium, spielte bei der Olympia Eröffnungszeremonie ein paar Songs und ist seit jeher aus der Folkrock- und Rockszene nicht mehr wegzudenken. Nach 7 Jahren hat England Keep My Bones seinen Charme immer noch nicht verloren und zeigt deutlich wie sehr Turner an seinen Wurzeln hängt.

Das Thema Heimat und England an sich beschäftigt England Keep My Bones durchgängig. Aufgewachsen in Großbritannien spiegelt dieses Album wieder, dass Turner sich seiner Herkunft bewusst ist. So fallen Worte wie “An Island is my home” in “Rivers” oder “take me to down to the English channel” in “If Ever I Stray”. Wie jedem Fan bekannt ist, ist Turner seit Veröffentlichung seines ersten Solo-Albums Sleep is For the Week ununterbrochen auf Tour. Eine Pause gönnt er sich für nur wenige Wochen im Jahr, und die Sehnsucht nach zu Hause, das ist England Keep My Bones. Mit einem wunderschönen Opener namens “Eulogy” stellt Frank klar, dass nicht alles was er gemacht hat auch richtig war aber dennoch dazu steht.

Weitere absolute Klassiker des Albums stellen bis heute noch “Peggy Sang the Blues”, “Redemption” und der Liebling unter fast allen Turner-Fans “I am Disappeared” dar. Alle Songs schreien Frank Turner mit ihren folkloristischen Details, den sorgsam geschriebenen Lyrics und einer kleiner Portion Melancholie und auch Fernweh. So erzählt vor allem “I Am Disappeared” von der Sehnsucht einfach mal alles liegenzulassen und abzuhauen, wenn man das Gefühl hat alles wird einem viel zu viel oder von dem Gefühl noch so viel mehr erleben zu wollen und zu machen. So singt Turner “I keep having dreams of things I need to do and waking up and not following through”. Diese Angst etwas verpassen zu können – auch das ist “I Am Disappeared”.

Und auch nach 7 Jahren gibt es einfach nichts an England Keep My Bones zu meckern, außer der Sache, dass man am liebsten den Moment wieder erleben möchte, als man das Album zum ersten Mal gehört hat. Mit der dichten Verwebung von Heimatgefühlen, den folkloristischen Musikelementen und den wunderschönen Lyrics schafft Turner England Keep My Bones glaubwürdig zu präsentieren. Mit der Abwechslung zwischen nostalgischen, melancholischen und dann wieder positiven Songs hat Turner ein tolles Album geschaffen, dass man aus seiner Diskographie nicht mehr wegdenken kann und will. Frank Turner over and out.



Autorin: Carolin Czarnecki Foto: Ben Morse