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#ThrowbackThursday: OK KID & OK KID

#ThrowbackThursday: OK KID & OK KID

Zeitreise in die Vergangenheit. Ende 2012 verkündet Radiosender 1Live die Newcomer des kommenden Jahres, darunter: drei junge Männer aus der hessischen Stadt Gießen, OK KID. Im November 2012 erscheint ihre Debütsingle „Verschwende Mich“, passend dazu ein Video in den Alpen, in welchem junge, hip-gekleidete Menschen mit Schrotflinten niedergestreckt werden. So brutal das klingen mag, so wunderschön ist die Musik. Liebe auf den ersten Ton. 

Im April 2013 folgte das Debütalbum der mittlerweile in Köln ansässigen Musiker: „OK KID„, selbstbetitelt. Ein Album, gefüllt mit zahllosen Zitaten, die den Alltag in Poesie verwandeln sollten. Indiepop-Musik der unkonventionellen Art, die es mit sanften Deutschrap-Ausbrüchen sogar in die JUICE und wenig später auf unzählige Klub- und Festivalbühnen schaffte.

„Und schon wieder dieses kopfzerfickende Gefühl, dieses ‚Ich will nicht, dass du weißt, dass ich nicht weiß, was ich will'“

Jonas am Mikrofon, Moritz an den Tasten, Raffi am Schlagzeug und zuständig für die Beats – das sind OK KID, die irgendwann auch einmal Jona:S hießen und sich schon vor Dezember 2012 einmal mit Songs wie „Grau“ in die Spähren meiner Musiksammlung verirrten. Mit OK KID, der Namenszusammensetzung aus zwei Radiohead-Klassikern, brach ein neues Kapitel an, welches nicht nur einen Vertrag bei Four Music, sondern auch viele neue Fans mit sich zog.

Es handelt von der Monotonie des Alltags, vom Entkommen aus eben dieser, von unausgesprochenen Gefühlen, von Zuhause und dem Verlangen nach etwas anderem, Pathos und Melancholie treffen auf tanzbare Sorglosigkeit. Irgendwo zwischen Zeitgeist und Zeitlosigkeit. Ausgeschmückt mit Features von Hip-Hop-Legende Olli Banjo und dem österreichischen Rapper Gerard.

„Und ich tanz einbeinig überm Abgrund, lass mich fallen, um zu gucken was passiert“  

Songs wie „Stadt ohne Meer“ und „Kaffee Warm“ wurden zu wahren Hymne, der OK KID-Turnbeutel zum It-Piece einer ganzen Generation. Was diese Band mit diesem Album so besonders macht? Zum einen sind es die Zeilen, die vor Wortspielen und Metaphern nur so überquellen und dabei eine ganz eigene Ästhetik entwickeln. Soundbausteine wie starke Gitarrenriffs, Loops und Klatschpassagen, wo kein Song dem anderen gleicht. Ein Album, das damals wie heute funktioniert, scheinbar zeitlos ist, mitten ins Herz trifft.

„Die Nase ist verstopft, vielleicht habe ich Allergie. Auch wenn ich die Nase voll hab, weiß ich immer wie du riechst, denn du riechst immer noch nach gestern, nicht gewaschen, nicht poliert, ohne Glanz und ohne Stil, doch ich will dich nicht verbessern, denn niemand passt besser zu mir als du: Graue Stadt ohne Meer.“


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Stefan Braunbarth

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