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#ThrowbackThursday: Sufjan Stevens & ‚Carrie & Lowell‘

#ThrowbackThursday: Sufjan Stevens & ‚Carrie & Lowell‘

Carrie & Lowell ist Sufjan Stevens siebtes und bis jetzt persönlichstes Studioalbum. Benannt nach seiner psychisch kranken und drogenmissbrauchenden Mutter, die die Familie in Stevens früher Kindheit verließ, und seinem Stiefvater, gibt einem die LP das Gefühl der Singer-Songwriter verarbeitet hier einige dramatischen Erfahrungen. Von Tod und Trauer bis hin zu Kindheitserinnerung werden in den elf Liedern viele Themen angesprochen. Hauptinstrumente sind zwei, meist gezupfte, Akustikgitarren und ein Klavier. Drums werden überhaupt nicht gebraucht.

Der Titel des ersten Tracks des Albums, Death With Dignity, ist eine Anlehnung auf den Death With Dignity Act, der 1994 in Oregon eingeführt wurde. Durch diesen Song und auch das ganze Album werden immer wieder Orte und Dinge, die in diesem Bundesstaat stattgefunden haben, erwähnt. Harfenähnliche Gitarren und ein gelegentliches Klavier begleiten Stevens, während er vom Verlust seiner Mutter, die 2012 gestorben ist, singt.

In Eugene bekommt man einen kurzen Einblick in die Kindheit des Sängers und auch welche Rolle sein Stiefvater in seinem Leben hat, bevor man abrupt in die Gegenwart zurückgeholt wird. „What’s the point in singing songs if they’ll never even hear you?“ Die Zweideutigkeit dieser Endzeile lässt einen schlucken. Spricht Stevens seine Mutter an und deutet an, dass es sinnlos wäre Lieder über sie zu singen, da sie sie sowieso nicht mehr hören wird oder spielt er darauf an, dass wir als Zuhörer seine Mutter nie wirklich kennen werden? Sein Schmerz wird einem auch besonders bei The Only Thing bewusst.

„Do I care if I survive this?“

In einem Interview mit Pitchfork verriet Stevens, dass er sich nach dem Tod seiner Mutter mit dieser verbunden fühlte, wenn er ihr selbstzerstörendes Verhalten imitierte. So gravierend die Lyrics auch sind, desto angenehmer und leichter gehen Stevens Stimme und die Gitarren ins Ohr, fast zu leicht für die schwerwiegenden Worte.

Auch wenn das Album insgesamt einfacher gehalten wird als der 2010 Vorgänger „The Age Of Adz“, ist es auf keinen Fall langweilig. Leichte, verspielte Melodien gepaart mit Sufjan Stevens angenehmer Stimme aber den dazu teils schwer zu verdauenden Lyrics sind eine Kombination, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Wer nach einem Album voller Emotionen sucht, ist hier an der richtigen Stelle und wird auch erstmal nicht mehr davon weg wollen.

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Autorin: Theresa Liebl Foto: Asthmatic Kitty Records

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