Der erste Akkord, die winzige Pause, die darauffolgende Frage, die für immer in unseren Köpfen hängenbleiben sollte: „Do you want to go to the seaside?

Nun ist es beinahe 13 Jahre her, dass die britische Indie-Band The Kooks ihr Debütalbum „Inside In / Inside Out“ veröffentlichten und mein damals 11-Jähriges Herz eroberten wie vor ihnen noch keiner. Es war der Beginn etwas Großem – für The Kooks und auch für mich.

Die vier Brightoner starteten eine fulminante Karriere und wurden Teil der goldenen Indiezeit (Funfact: Die Arctic Monkeys veröffentlichten ihr Debütalbum am exakt gleichen Tag). Und so begann auch meine Liebe für Indie-Rock, pastelfarbende E-Gitarren, Jungs in gestreiftem Shirt, engen Jeans, mit lockigen Haaren und dem feinsten britischen Akzent. Ja, mein Zahnspangen-Ich war unsterblich verliebt in Frontsänger Luke Pritchard (und vielleicht bin ich es nach wie vor).

„All of us, we’re going out tonight, we’re gonna walk all over your cars, The Kooks are out in the street, oh, we’re gonna steal your skies“

Doch was machte „Inside In / Inside Out“ in meinem Mikrokosmos und ebenso im Makrokosmos der Musikwelt zu einem herausstechenden Werk? Nun kann ich natürlich nur für mich sprechen und nachträglich, über ein dutzend Jahre später, vage rekonstruieren, weshalb The Kooks damals dafür sorgten, meinen Musikgeschmack ein und für alle Mal zu prägen und als Anstifter fungierten.

Es ist die adoleszente Sorgenlosigkeit, die die 14 Songs in ihrer jeweiligen Kürze transportieren. „Inside In / Inside Out“ ist der ewige Sommer unter den Alben, welches Herzschmerz vergessen lässt und mir unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht zaubert – ein Soundtrack der guten Laune, der einen gewissen Lebensstil vermittelte. Ja, so stellte ich mir damals in meiner anfänglichen Pubertät vor, wie es mit Mitte 20 wohl einmal werden würde.

But I fell in love on the seaside

Heute, mit Mitte 20 weiß ich natürlich, dass sich höchstens Episoden des Twentysomething-Daseins wie ein The Kooks-Song gestalten, doch das ist in Ordnung. Als ich vor einer Woche zum allerersten Mal am steinigen Stadtstrand von Brighton saß, verstand ich plötzlich, woher The Kooks diese Leichtigkeit nahmen. Der berühmte Opener „Seaside“ machte einmal mehr Sinn.

Und wo wir gerade bei den Songs im Speziellen sind, können  The Kooks-Klassiker wie „Naive„, „She Moves In Her Own Way“ und meinen allerliebsten Lieblingssong „Ooh La„, der noch heute jedes Mal für ein kleines bisschen Herzrasen sorgt, nicht unerwähnt bleiben.

Oder wie wäre es mit dem „Sofa Song„, einer der vermutlich besten Indie-Tanz-Songs aller Zeiten? Und wenn wir schon unsere Tanzschuhe frisch besohlt haben, lässt es sich zu „Matchbox“ und „You Don’t Love Me“ bestens weiter fröhlich umher hüpfen. Vor über 12 Jahren, heute und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch noch in 20 Jahren. Und sollten mich meine Kinder einmal fragen (soweit sie irgendwann einmal existieren), wer meine erste große Liebe war, wird mit die Antwort ganz leicht fallen: The Kooks aus Brighton.



THE KOOKS live

30.03.2019 Bochum – RuhrCongress
01.04.2019 Hamburg – Sporthalle
02.04.2019 Berlin – Tempodrom
03.04.2019 Leipzig – Haus Auensee
05.04.2019 Stuttgart – Porsche Arena


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Universal Music