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Tom Taschenmesser macht uns mit „Maury“ bekannt

Tom Taschenmesser macht uns mit „Maury“ bekannt

Jede Stadt hat sie, diese besonderen Charaktere. Hier in Wuppertal gibt es so einige Legenden. Jaja, Pina Bausch, Friedrich Engels, Else Lasker-Schüler – aber die meine ich nicht. Eher diejenigen, nach denen eher seltener eine Straße benannt wird. Tom Taschenmesser widmet seine dritte Single so jemandem. Sein Name ist Maury.

Maury ist Wuppertaler Tunichtgut, Taugenichts, Lebenskünstler und lebender Künstler. „Vorne fehlt ihm ein Zahn / Ach, ihm fehlt so viel / Er sucht den Sinn hinter dem Wahn“ beginnt Tom im Song „Maury“ von ihm zu erzählen.

Maurycy Lozinski, so heißt Maury mit vollem Namen, zog mit neun Jahren aus seiner Heimat Polen ins bergische Wuppertal und machte die Stadt mit der kaputten Schwebebahn zu seiner neuen Heimat. Und hier ist er dir sicher schon einmal über den Weg gelaufen. In Fleisch und Blut oder in einem seiner Kunstwerke. „Und er hat seinen Verstand verloren / Irgendwo zwischen Wuppertal Laurentiusplatz, Ankara und Polen„.

Maury“ ist eine außergewöhnliche Hommage und zeigt (mal wieder, ich kann es nicht oft genug schreiben) das lyrische Händchen, mit dem Tom Taschenmesser seine Lieder kreiert. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Geschichten von denen zu erzählen, die sonst so oft unsichtbar bleiben. Von den Verlorenen und Vergessenen, von den Abgehängten und Abhängigen, von den ganz gewöhnlichen Bedürftigen. Dramatisch, ehrlich, und ohne Blingbling oder aufgesetztem Lächeln.

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Fühlte sich „Niemand kann alle sein“ letztens noch an wie ein gedankenverlorener Streifzug durch die elende Elberfelder Innenstadt, so macht uns Tom nun ganz bewusst mit dem Typen da vorne an der Ecke bekannt. Die Ehre ist ganz meinerseits!

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