Der Countdown geht in die heiße Phase. Nur noch wenige Tage trennen uns vom Beginn des diesjährigen Southside Festivals. Der Timetable ist draußen, der eigene Spielplan zusammen gebastelt, die ersten Tränen aufgrund von dramatischen Überschneidungen getrocknet und die Vorfreude kaum noch zu bändigen. Wo ist eigentlich der Campingstuhl, den man vor 3 Jahren mal Sonntagsnachts aus dem verlassenen Nachbarcamp hat mitgehen lassen? Und sind in der Zelttasche noch Heringe, oder wart ihr bei der letzten Abreise zu müde, um alle wieder aus dem Boden zu ziehen? Wer kauft das Bier und wann fahren wir los? Fragen über Fragen.

Bevor unsere Vorort-Berichterstattung losgeht, haben wir euch unsere TOP 10 „Ich freu mir einen Ast ab“-Acts zusammengetragen. Dies war bei der Betrachtung des 2018er-Line-Ups durchaus schwierig und hätte auch gut und gerne in einer Top 40 enden können, doch wir haben uns noch einmal zusammengerissen. Um das Ganze ein bisschen interessanter zu machen, beschäftigen wir uns hier ausschließlich mit den Bands unterhalb der Headlinerzeile.


1. Feine Sahne Fischfilet (23.06 – Green Stage, 18:00 Uhr)

Könnten wir mit einer Southside-Band befreundet sein, wären es ohne lang überlegen zu müssen Feine Sahne Fischfilet. Direkt, ehrlich, liebenswürdig, wichtig – man könnte ewig so weiter machen. Mit ihrem aktuellen Album „Sturm & Dreck“ legten die Rostocker Punkrocker zu Beginn des Jahres nochmal eine Schüppe drauf und betonierten sich ihren Ruf als einer der momentan relevantesten deutschen Bands. Seit jeher sind sie Garanten für bombastische Festivalstimmung, irgendwo zwischen Stage Dive, Pfeffi-Fass und bunten Bengalos. Alles auf Rausch!

2. Portugal. The Man (22.06 – Red Stage, 23:30 Uhr)

Im letzten Jahr wurden die Freunde aus Alaska aus Versehen mit einer Single ihres achten Studioalbums weltberühmt und gewannen mit „Feel It Still“ sogar einen Grammy. Doch wer Portugal. The Man schon etwas länger verfolgt oder sich nach dem 100x „Feel It Still“ im Radio ausgiebig mit ihrer Diskographie beschäftigt hat, wird feststellen, dass sie noch viel mehr können als Hits für Werbespots zu produzieren. Eine der interessantesten Indie-Rock-Bands unserer Zeit sein zum Beispiel. Und gewiss ein wahres Highlight im Southside-Line-Up!

3. Bonaparte (22.06 – Red Stage, 22:00 Uhr)

Say Anti-Anti!„. Seit nunmehr 10 Jahren spukt uns der Bonaparte-Ohrwurm im Kopf herum und taucht immer wieder unangekündigt auf. In der vergangenen Dekade ist die Band rund um den Schweizer Tobias Jundt zu einer festen Größe in der Indie-Festival-Szene aufgestiegen und machte sich durch die expressionistischen Auftritte einen Namen. Das 2017er-Album „The Return of the Stravinsky Wellington“ brachte uns erneut fabelhafte Mitgröhl-Hits, Tanznummern und einen weiteren Grund, Bonaparte auch 2018 auf dem Southside wieder nicht verpassen zu dürfen.

4. Biffy Clyro (24.06 – Green Stage, 20:00 Uhr)

Kennt ihr diese Menschen, die irgendwie alles können? Davon gibt es ganze Bands! Schnelle, laute Rocknummern, traumhaft schöne Romantik-Balladen, Unplugged oder in voller Montur – Biffy Clyro enttäuschen nie. Die drei Schotten bilden eine der besten Rockbands, die man sich auf einem Festival anschauen kann und sollte. Wenn Frontmann Simon Neil zu singen beginnt, ist die Gänsehaut nicht fern, versprochen!

5. Dendemann (24.06 – Blue Stage, 17:45 Uhr)

Generation X kennt ihn als die eine Hälfte von Eins Zwo, Generation Y von seinen Soloplatten und Generation Z als musikalische Koryphäe an der Seite von Jan Böhmermann im Neo Magazin Royale (bis Ende 2016). Jedenfalls kennt jeder irgendwie Dendemann, das ist Pflicht. Lange blieb es konzerttechnisch ruhig um den Wahl-Hamburger, aber damit ist jetzt auch mal Schluss. Rap-Deutschland, mach Platz, Dende ist wieder da und schwimmte, schwamm und schwomm.

6. The Vaccines (23.06 – Red Stage, 18:15 Uhr)

Für die Indiegirls & -boys unter uns ist das Southside-Wochenende paradiesisch. Natürlich stehen die Arctic Monkeys, The Kooks, Two Door Cinema Club und Co. fest im Timetable, doch dürfen wir eine besonders großartige Band nicht vergessen: The Vaccines. Nicht nur ihre Evergreens „If You Wanna“ oder „Post Break-Up Sex“ ihres Debütalbums sind feierwürdig, denn mit „Combat Sports“ veröffentlichten die Briten in diesem Frühling eins der besten Indie-Rock-Alben des Jahres. Bereit für einen schönen „I Can’t Quit„-Ohrwurm und Justin Young?

7. Emil Bulls (24.06 – Red Stage, 16:15 Uhr)

Gerade erst haben Emil Bulls den zweiten Teil ihrer Tour beendet, die wir in Dortmund mit eigenen Augen und Ohren miterleben durften. Als sie dann wenige Tage später für das Southside Festival bestätigt wurden, viel die Entscheidung blitzschnell: da wollen wir nochmal hin! Genau die richtige Prise Alternative-Metal, die zu einem ordentlichen Festivalwochenende dazugehört. Im Takt nickend am Rand stehen und sich ein Bier genehmigen oder mitten im Moshpit sein, hier gibts keine Grenzen.

8. Madsen (24.06 – Green Stage, 16:45 Uhr)

Neben dem Wort „sympathisch“ befindet sich im Wörterbuch mit Sicherheit ein Foto dieser Band. Nachdem sie zuletzt 2015 als Überraschungs-Co-Headliner-Ersatz für den erkrankten Ben Howard einsprangen und nicht wie geplant selbst am Wochenende ein Konzert besuchen konnten, ist 2018 weniger spontan, die Vorfreude auf Madsen umso höher. Mit ihrem neuen Album „Lichtjahre“ sowie der kompletten Hit-Sammlung von „Die Perfektion“ bis „Sirenen“ erwartet uns ein unvergesslicher Auftritt.

9. Swiss & die Andern (23.06 – Red Stage, 17:30 Uhr)

Von einer schönen, heilen Welt kann jeder singen, aber das kommt für Swiss & die Andern nicht in die Tüte. Die Hamburger Punkrock-Band macht lieber den Mund auf und schreibt politische Texte, ist laut, positioniert sich. Neben Texten, bei denen man in regelmäßigen Anständen zustimmend nicken möchte, machen Swiss und seine Bandkumpels auch noch richtig gute Musik dazu. Jetzt ziehen wir alle nochmal die Hose hoch, schnüren die Schuhe ein bisschen fester und dann treffen wir uns im Pogo, okay?

10. Justice (24.06 – Blue Stage, 21:10 Uhr)

Last but not least wird getanzt bis zum Abwinken. Mit ihrem Megahit „D.A.N.C.E.“ und dem Debütalbum „Cross“ prägten sie 2007 eine ganze Generation und boten nicht nur uns den Eintritt in die Welt des Electronica-Genres. Gaspard Augé und Xavier de Rosnay, besser bekannt als das französische DJ-Duo Justice, werden unsere Herzen ein paar BPM höher schlagen lassen.


Autorin & Photocredit: Anna Fliege

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