Mit „U.F.O.F.“ ist Big Thief der große Coup gelungen. Das Album wurde weltweit von Kritikern gelobt und von den Fans geliebt. Mit „Two Hands“ veröffentlichen sie nun ein Zwillings-Album zum kürzlich erschienenen Vorgänger. Im Prinzip sind die beiden Alben zweieiige Zwillinge – auf der einen Seite grundverschieden und auf der anderen extrem vertraut. Während „U.F.O.F“ der elegante Tagträumer ist, gibt sich „Two Hands“ (11.10.) als kraftvoller und intimer Konterpart. Dem Band-Universum von Big Thief fügt das neue Album einen weiteren Klassiker hinzu.


30 Meilen westlich von El Paso, gesäumt von 30 Hektar Pekannuss-Orchideen und nur einen Steinwurf von der mexikanischen Grenze entfernt, haben Big Thief ihr neues Album „Two Hands“ aufgenommen. Nur einige Tage nachdem die Band ihr drittes und viel gelobtes Album „U.F.O.F“ in einer kleinen Hütte in den Wäldern von Washington State eingespielt hatte, zieht es die vier Mitglieder Adrianne Lenker, Buck Meek, Max Oleartchik und James Krivchenia in den Süden, um mit „Two Hands“ ein ungleiches Zwillingsalbum aufzunehmen.

Die Aufnahmebedingungen hätten nicht unterschiedlicher sein können: Wurde „U.F.O.F“ quasi im Dauerregen aufgenommen, entstand das vierte Album von Big Thief in der trockenen Hitze der texanischen Wüste. Nicht nur deshalb ist „Two Hands“ auch klanglich ein komplett anderes Album geworden. Handelte „U.F.O.F“ noch vom Außerirdischen, so geht es auf er neuen Platte um Mutter Erde. Überirdisch bleibt das Songwriting dieser Band natürlich weiterhin. Sängerin und Texterin Adrianne Lenker gehört zu den talentiertesten Songwritern ihrer Generation und mit „Two Hands“ unterstreicht einmal mehr ihre Ausnahmestellung.



Big Thief-Fans mögen einige Songs wie „The Toy“, „Those Girls”, “Shoulders”, “Not” oder “Cut My Hair” bereits von diversen Liveshows kennen. Einige dieser Lieder wabern schon ein paar Jahre als Skizzen durch das Big Thief-Universum, wurden aber nie fertig gestellt oder im Studio final aufgenommen. “Two Hands has the songs that I’m the most proud of; I can imagine myself singing them when I’m old,” sagt eine sichtlich zufriedene Ardrianne Lenker. “Musically and lyrically, you can’t break it down much further than this. It’s already bare-bones.”Die Texte handeln vom universellen Weltschmerz, Politik ohne in den typischen Jargon solcher Songs zu verfallen, sowie Umweltzerstörung und deren dramatische Folgen für die Erde.

Wie schon bei „U.F.O.F“ sind auch dieses Mal wieder Dom Monks und Andrew Sarlo für klanglichen Mix des Albums verantwortlich. Wie beim Vorgänger gelingt es ihnen auch auf „Two Hands“ möglichst viel von der intimen Live-Atmosphäre aufzufangen. Big Thief funktionieren mittlerweile viel mehr als Familie, denn als Band. Die letzten Jahre haben sie nahezu komplett miteinander verbracht um Musik zu machen, Konzerte zu spielen oder um einfach nur füreinander da zu sein – ein inniger Zusammenhalt, den man heute viel zu selten bei Bands findet.


BIG THIEF live

07.03.2020: Köln, Luxor
08.03.2020: Hamburg, Übel & Gefährlich
09.03.2020: Berlin, Astra


Presse: Beggars Group / Photocredit: Dustin Condren