Im April erschien „Sex & Food“, das Nachfolgealbum des gefeierten „Multi-Love“- Opus und insgesamt vierte Album von Unknown Mortal Orchestra. 2015 verriet UMO-Mastermind Ruban Nielson dem deutschen Rolling Stone, dass er sowohl von Daft Punk, Led Zeppelin, James Brown, Hip-Hop als auch von Michael Jacksons „Thriller“ beeinflusst sei.

Das spiegelt sich ganz korrekt an diesem Werk wider: Musikalisch überrascht die Platte an vielen Stellen, das Album kommt herrlich formwandlerisch daher und betrachtet durch ein vibrierendes Klangobjektiv Fragen wie: „Was konsumieren wir, wie beeinflusst es uns und warum fühlt sich alles manchmal so schlecht und komisch an?“.

Das ganze Spektrum offenbart sich durch Klang, der sich von sich-überschlagendem-Drum-Machine-Funk über Doom- und Thrash-Rock bis hin zur pinkfarbenen Psychedelic-Disco erstreckt. Das Album wurde in einer Vielzahl von Orten von Seoul und Hanoi bis Reykjavik, Mexico City und Auckland aufgenommen, ganz zu schweigen von Nielsons Heimatbasis in Portland, klingt aber an keiner Stelle nach Mariachi, K-Pop oder isländischem Schwermut. Es ist dennoch auch ein musikalisches Reisetagebuch geworden, welches diverse Erfahrungen beim Durchqueren der Welt sammelt und widerspiegelt.

Während Legionen von Bands ihre Treue zu psychedelischen Wurzeln zeigen, haben Unknown Mortal Orchestra stets die seltenen Qualitäten des Genres geteilt, die es vital und erforschbar werden ließen. Und sind dabei meilenweit von ausgetretenen Pfaden abgewichen und haben ihre Sounds und Themen abseits des Althergebrachten gesucht und gefunden. Das gilt auch für „Sex & Food“, dieses hybride Meisterwerk.

Im November spielen Unknown Mortal Orchestra live bei uns.


UNKNOWN MORTAL ORCHESTRA live
Präsentiert von kulturnews, taz., ByteFM und MusikBlog.de

04.11.2018: Frankfurt – Zoom



Presse & Photocredit: FKP Scorpio