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Verzerrte Gefühle und Gitarren – Abay und „Love And Distortion“

Verzerrte Gefühle und Gitarren – Abay und „Love And Distortion“

2012 zum ersten Mal noch als Duo musikalisch aufgefallen, sind Abay nun als Quartett unterwegs.
Die EP „Blank Sheets“ erschien 2015 und ihr Debütalbum „Everything’s Amazing And Nobody Is Happy“ dann folgend ein Jahr später.
Der Anfang war gemacht und Aydo Abay (Gesang), Jonas Pfetzing (Gitarre), Johannes Juschzak (Schlagzeug) und Dennis Enyan (Bass) veröffentlichen mit „Love And Distortion“ einen ehrwürdigen Nachfolger.

10 teils sehr unterschiedliche Songs haben es auf das Album geschafft und mit „Lucid Peel“ und „Plastic gab es schon die ersten Vorabveröffentlich daraus zu hören.

Was ist genau entstanden? Definitiv eine Rockalbum mit vielen Indie-Elementen und einem Hauch von Pop in Klang und Sang.

Aufgenommen in Berlin und den letzten Schliff vom bekannten Produzenten Olaf O.P.A.L im Ruhrpott erhalten, zeigt sich vom ersten Stück „Land Of Silk And Money“ das dieses Werk direkt kraftvoll zugeht.

Eine positive Ausstrahlung, vor allem durch die Stimmes von Aydo Abay, der zuvor 14 Jahre lang Leadsänger bei Blackmail war,zieht sich wie ein roter Faden durch „Love And Distortion“.
Harmonien sind vielfach wieder zu finden, die durch kraftvolle verzerrte Gitarrenriffs an Ausdruck gewinnen.

Mit Chris Stiller, den Mann an den Tasten, Christoph Clöser, der seinen Teil mit dem Saxophon zusteuert und der langjährigen Bandfreundin Eva Briegel, die Stimme von Juli, die auch wie auf dem Debütalbum gessanglich im Background unterstützt, sind ersklassigie Gastmusiker an dem Klang des Albums beteiligt.

Musikalisch und empfindungstechnisch gleicht die neueste Veröffentlichung einer Achterbahnfahrt, vom Negativem geht es wieder bergauf zum Positivem.

 

“ …But It´s Gonna Be Fine In The End… „

 

Und dieses Album ist wirklich etwas Feines. „Gumo“ wirkt zugleich leicht, aber dann auch voller Stärke, besonders durch das Spiel der „leichten“ Stimmes Abays und dem Gitarrensolo entsteht eine Kraft im Ton. Christoph Clöser hat sich mit seinem Saxophon stilvoll bei „Lemonade“ verewigt. Sein Solo strahlt dort eine tiefe Entspannung aus und macht diesen Song zu etwas Besonderen auf dem gesamten Album. „Stop The Fever“ hat nicht umsonst diesen Namen, das gute Stück glühlt nur so was von an Energie! Kraftvoll, ein echter Rocksong, verzerrte Gitarre und ein Text, der einfach nur so aus dem Leben spricht.

See Also

 

“ …Feelings Rising High, I´m Feeling Low… „

 

„Love And Distortion“ – Auf jeden Fall mehr Gefühl als Zerstörung.  Immer wieder Anzeichen eines echten Indie-Rock-Albums, nur leider an manchen Stellen zu „seicht“. Abay haben definitiv was für das Ohr geschafft!


Autorin: Nina Paul / Foto: Christian Faustus

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