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Vom Aufgeben & Weitermachen: Normandie & White Flag

Vom Aufgeben & Weitermachen: Normandie & White Flag

Mit ihrer Musik beweisen Normandie das gute Rockmusik immer noch aus Schweden kommt und es für die Zukunft auch nicht anders aussehen wird.

Mit ihrem Debütalbum Inguz haben die Schweden gezeigt, dass ein Wechsel vom Metalcore zum Alternativ Rock durchaus machbar ist. Besonders bemerkenswert an Inguz ist der Sound, der gerade dazu einlädt mitzusingen – sei es zu Hause, sei es in der Bahn oder halt auf einem der Konzerte. Mit White Flag zeigen Philip, Håkan, Lucas und Anton auch dieses Mal wieder was sie draufhaben und legen sogar noch eine Schippe dazu.

Schon bei ihrem Interview ließen Normandie andeuten das ihr neuestes Werk White Flag seinem Vorgänger in nichts nachstehen würde, sondern eher das Gegenteil: So fällt beim Hinhören direkt auf, dass viele Inspirationen von Inguz stammen, gerade musiktechnisch. Alle 12 Songs haben in ihrem Kern den typischen Normandie-Sound aber halt auch mit ein paar Extras – so klingt “Keep Fucking It Up” durchaus schon poppiger als andere Songs allerdings ohne das Erkennungsmerkmal der Band zu verlieren. Auch wenn es beim Album thematisch um das Thema Aufgeben geht, beweisen die Schweden das der Begriff nicht immer negativ konnotiert sein muss – wie z.B. bei “Roth”.

Ein weiteres Highlight stellt auch der Song “The Bell” dar – hier hört man Sänger Philip zum ersten Mal auf Schwedisch singen. Auch wenn für die Nicht-Schweden unter uns die Lyrics leider unverständlich bleiben, kommt dennoch das Gefühl des Songs rüber wie in den anderen. Grund dafür mag wohl das außergewöhnliche Songwriting der Band sein, in der Sänger Philip die Musik erstmal selber ’singen‘ lässt bevor überhaupt Lyrics geschrieben werden.

Mit Neuzugang Anton kommen auch ein paar Neuerungen an den Drums dazu und bringen die Songs von Normandie mehr zum Leben als man könnte. Bei Songs wie “Dead” beweist Anton was er so drauf hat und auch gerade dieser Song ist für eingefleischte Normandie-Fans ein Muss. Mit ihrem typischen Normandie-Anthem Sound reißen die Songs mit, genauso wie es schon die erste Single-Auskopplung “Ecstasy” getan hat.

Eigentlich gibt es bei White Flag gar nichts zu meckern – die Platte ist bis auf das kleinste Detail liebevoll und perfekt produziert ohne dabei zu überheblich zu wirken. Das Album ist wie ein Bruder zu seinem Vorgänger, bei dem man sich viel Zeit genommen hat die schlechteren Sachen zu verbessern und die guten noch besser zu gestalten. Dabei kamen 12 Songs raus die das Herz von Normandie perfekt in 12 verschiedenen Aspekten darstellen – vielschichtig ohne dabei den roten Faden zu verlieren.

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Autorin: Carolin Czarnecki Foto: Normandie PR

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