Manchmal braucht es die kleine Veränderung, nur um das gewisse Etwas an Neuem für sich zu finden. Vök haben mit ihrem zweiten Album „In The Dark“ (via Nettwerk Records) genau diesen Punkt getroffen. Durch leichte Veränderungen ist ein Werk entstanden, was textlich einen nachdenklich stimmt, aber am Ende einen glücklich zurücklässt.


Ein Artikel von Nina Paul – Zwei Jahre sind seit ihrem Debütalbum „Figure“ mittlerweile vergangen und wie es Zeit nun mal so an sich hat, vergeht diese doch manchmal recht schnell und vieles hat sich zwischenzeitlich verändert. Ich persönlich habe mich schon länger auf das Releasedatum gefreut, da ich wusste, dieses Mal gibt es eine neue Version von Vök zu hören.

11 Songs haben es auf das Album „In The Dark“ geschafft, welches in London und Reykjavík aufgenommen wurde und schon beim ersten Track, dem Titeltrack, wird klar, dieses Mal geht es inhaltlich dunkler und nachdenklicher zu.

Die Vorabsingles ließen dies auch schon erahnen, in der Band fand viel Bewegung statt. Das dieses auch musikalisch zu merken ist, zeigt nur, dass Vök nur ihre nächste Ebene erreicht haben. Der Sound ist eher dem Pop, Dance und Retroklängen angetan. Aber genau dadurch bekommt auch jeder einzelne Song auf dem Album seinen eigenen Charme.

„Autopilot“ wirkt rein klanglich so leicht und frisch, zeigt sich im Text aber schwer. Sehr persönlich, aber alles irgendwie positiv verpackt.

Stimmlich wieder überragend, überzeugt Margrét Rán mit ihrem Gesang die vielen Emotionen in Worte zu packen. Wenn dann auch noch Stücke wie „Rooftop Views“ ohne jeglichen Gesang einen einfangen, dann erkennt man die Qualität von „In The Dark“.

Wie ein roter Faden zieht sich die Problematik um Beziehungen, Liebe und das Leben durch das Album. So erkennt man aber auch, dass sich bei allen Bandmitgliedern viel getan hat und über viele Dinge reflektiert wurde.

… The joke’s on you … You pushed, I pulled away / Now you’re on eternal mute … You pushed me to escape

 
„Scarcity“ beweist, auch mit einem 80er Jahre angehauchtem Sound können die drei Isländer einen bedrückenden Text musikalisch im neuen Gewand passen ausdrücken. Live werden auf jeden Fall keine Füße still auf ihrem Platz bleiben.&

… we wanna carry on, we don´t listen to the same song, we´ve been here far to long …

 
„Spend The Love“ kann sich da einreihen und beweist die Tanzbarkeit des Albums. Für mich persönlich immer mehr zu einem der stärksten Songs geworden und die Thematik des Albums musikalisch und textlich genau treffen, hat sich „No Direction“ gemausert. Eingänger Beat mit sehr persönlichen Worten, der sich im Laufe des Tracks immer weiter aufbaut.

Ich kenne Vök nun seit ihrem Erfolg vor ein paar Jahren beim Músíktilraunir und hatte so die Gelegenheit die Entwicklung der Band genau zu verfolgen. Mit „In The Dark“ haben sie für mich nun gezeigt, dass sie ihr nächstes Level erreicht haben – Mit chilligen Popsounds, die tanzbar und nachdenklich sind, aber trotzdem einen unheimlich eigenen Charme und Stärke versprühen.
 

Mehr über das Album und das letzte Jahr könnt ihr hier im Interview erfahren: Im Wortwechsel mit Vök


01.04. Köln – Yuca
02.04 Hamburg – Knust
07.04 Berlin – Gretchen
08.04 München – Ampere

Foto: Sigga Ella