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Vom Straßenmusiker zum Geschichtenerzähler – Passenger in der ausverkauften Live Music Hall in Köln

Vom Straßenmusiker zum Geschichtenerzähler – Passenger in der ausverkauften Live Music Hall in Köln

Schon um 18 Uhr reicht die Schlange vor der Live Music Hall vom Eingang bis zum Ende der Straße. Heute Abend steht ein ganz besonderer Künstler auf der Bühne, kein Wunder also, dass die Konzerthalle komplett ausverkauft ist.

Mike Rosenberg, besser bekannt unter dem Künstlernamen Passenger, wurde berühmt mit seinem Song “Let Her Go”, den heute Abend Hunderte von Menschen aus vollem Halse mitsingen werden. Der britische Singer-Songwriter veröffentlichte vor genau einem Monat sein bereits zehntes Studioalbum “Runaway” und tourt seit Mitte September durch Europa. Heute macht er Halt in der Live Music Hall in Köln und wird sein Publikum an diesem Abend mit seiner einzigartigen Stimme und emotionaler Musik mitreißen.

Nach dem Einlass ist die Halle schon gut gefüllt, die Bühne ist bereits schwach beleuchtet und es steigen Nebelschwaden auf, die als leiser Vorbote auf das bevorstehende Konzert dienen. Um 20 Uhr tritt Stephanie “Steph” Grace als Support auf. Die junge Künstlerin wurde in der vorherigen Woche als Straßenmusikerin in Berlin, von Passenger und seinem Team entdeckt, und darf heute auf der großen Bühne stehen. Nachdem Sie sich kurz vorgestellt hat, stimmt Stephanie die ersten Akkorde auf Ihrer Gitarre an und Ihre sanfte aber dennoch klangvolle Stimme schwebt durch die Halle. Steph sing an diesem Abend den gefühlvollen Song “In This Flame”, der von Ihrem verstorbenen Vater handelt und das Publikum dazu bringt, mit Feuerzeugen und Handytaschenlampen die Live Music Hall zu erleuchten. Die talentierte Sängerin gibt zum Schluss noch eine Coverversion des Adele-Songs “Send My Love” und Ihren eigenen Song “What´s Done Is Done” zum Besten und verabschiedet sich danach unter Applaus von der Bühne.

Um 21 Uhr ist es dann endlich soweit und Passenger tritt, mit seiner Gitarre in der Hand, vor sein gespanntes Publikum. Schon die ersten Töne bringen die Menschen zum Jubeln, die Vorfreude auf das Konzert kann nun endlich rausgelassen werden. “Hell Or High Water” ist einer der Songs von dem neuen Album “Runaway”, der direkt hängen bleibt, und so singt das Kölner Publikum an diesem Abend textsicher mit Mike Rosenberg mit.

Zwischen seinen Songs zeigt der britische Sänger, dass er nicht nur talentiert, sondern auch verdammt sympathisch und lustig ist, und sein Publikum mit ein paar Worten zum Lachen bringen kann. Als er jedoch von seinem Lieblingssong des neuen Albums erzählt, ist die ganze Halle still und hört gebannt zu, wie Passenger die Hintergrundgeschichte erzählt. “To Be Free” ist ein emotionaler, ruhiger Song, der ein Stück seiner Familiengeschichte erzählt und Gänsehaut zaubert. Neben seinen eigenen Stücken singt der ehemalige Straßenkünstler, in Erinnerung an alte Zeiten, einige Coversongs, die er scherzhaft als “Brandneue Songs” ankündigt. Mit seiner charismatischen Stimme trägt er Leonard Cohens “Suzanne” vor, später gefolgt von Bruce Springsteens “Dancing In The Dark”.

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Als er sein nächstes Stück mit “I don´t think your ready for this jelly” von Destiny´s Child “Bootylicous” anstimmt, sorgt er für lautes Gelächter, bevor er die Halle mit dem wunderschönen Song “Suvivors” zum Schweigen bringt. Passengers Darbietung seines Hits “Let Her Go” wird an diesem Abend nur noch von dem, während dessen stattfindenden Heiratsantrag, getoppt. Beim letzten Lied “Holes” gibt der Sänger noch einmal Alles, um dann unter tosendem Applaus die Bühne zu verlassen. Passenger hat an diesem Abend das gemacht, was er am Besten kann – Geschichten durch seine emotionalen, mitreißenden Songs zu erzählen.


Autorin und Foto: Lisa Schulz

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