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Von Zweifel und Geschichten: Passenger und „Runaway“

Von Zweifel und Geschichten: Passenger und „Runaway“

Schon vor ein paar Jahren verzauberte uns ein gewisser Musiker namens Passenger mit seinem Hit “Let Her Go”.

Seitdem ist sein Name vielen Leuten bekannt und es folgten 4 weitere Alben. Ein Jahr nach The Boy Who Cried Wolf bringt Passenger nun seinen neuesten Longplayer Runaway heraus.

Runaway besteht aus 10 Songs von denen wir schon vorab in den Genuss von 5 Songs gekommen sind. Die letzte Auskopplung “To Be Free“ ist ein wunderschöner Song mit Piano und erzählt von dem Verlangen mal in all dem frei zu sein, wo man will. Generell gibt das neue Album den Eindruck, dass Passenger hier mehr möchte als nur seine neue Musik vorzustellen.

Viel mehr ist Runaway eine kleine, akustische Geschichte die melancholisch und schon fast resignierend beginnt und dazu umso befreiender mit dem Song “Survivors“ endet. So erklingen schon im ersten Track “Hell or High Water“ dramatische Geigen, während gerade in den letzten Songs die Gitarren im Kontrast dazu schon positiver klingen.

„Your heart screams yes, your head says no and you’re never really sure“


Aber wirklich aus seiner Komfort-Zone traut sich Passenger auch bei Runaway nicht heraus. Er bleibt bei seiner Gitarrenmusik, setzt hier und da mal ein paar Streicher, ein Banjo oder spielt mal einen Song auf dem Klavier. Klar, für Passenger-Fans mag das nichts so drastisch sein, aber Passenger könnte sich ruhig mehr trauen anstatt nur einen leichten The Eagles Einfluss in Songs wie “Let’s Go“ oder “Eagle Bear Buffalo“ durchscheinen zu lassen. Einzig und allein bleiben “Hell or High Water“ und “Survivors“ Songs in denen mal etwas aufgefahren wird – zurecht, ist der eine ein pompöser Album-Opener und der andere ein wunderschönes Finale zu einem Album das eine kkeine Reise auch mit sich selbst beschreibt.

Sorgen und Zweifel werden weggetrieben, man lernt sich zu akzeptieren und nach vorne zu schauen – das ist Runaway. So märchenhaft das klingt, bleibt trotz positiverer Einstellung immer noch das kleine bisschen Zweifel in Passengers Lyrics drin. Gerade das macht seine Songs herrlich real und lässt durchscheinen, dass man manchmal halt trotz allem auch mal unsicher sein kann und soll.

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Viel mehr bleibt zu Runaway nicht zu sagen. Passenger bleibt Passenger auf dem Album, traut sich leider viel zu wenig aus seiner Komfort-Zone heraus, aber wenn er es tut, dann macht er dabei alles richtig. Dennoch bleibt das neue Album etwas wunderschönes und schafft es eine wunderschöne Story zu erzählen.



Autorin: Carolin Czarnecki Foto: Jarrad Seng

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