Dass der Club Bahnhof Ehrenfeld im Herzen Köln am heutigen Abend ausverkauft ist, macht sich bemerkbar: hat man einmal seinen Platz gefunden, bleibt nicht all zu viel Bewegungsfreiraum zu seinen Nachbarn –darauf legen die zahlreichen Zugezogen Maskulin-Fans allerdings auch gar keinen Wert. Noch bevor die ersten Töne des Intros von „Alle Gegen Alle„, dem zweiten großen Album des Rap-Dous und Anlass des heutigen Konzertes, bildet sich ein raumfüllendes Loch in der Publikumsmenge, das sich rasch in einen noch größeren Pogo verwandelt. Ein Dauerzustand am heutigen Abend.

Bevor die Gäste allerdings in liebevolles Umherschubsen verfallen, jubeln sie bei BLOND, der heutigen Vorband. BLOND sind jung, Nina, Lotta, Johann und aus Chemnitz. Das Dreiergespann tänzelt sich von Indierock zu heißen Rap-Einlagen und sind dabei so famos erfrischend, dass man wehmütig zurückbleibt, als das letzte Lied zu Ende geht. Bei ihrer neuen Single überkommt es nicht nur mich, „Spinaci“ laut mitzuträllern.

Zurück zu den Gastgebern. Zugezogen Maskulin, die Vereinigung der Rapper Grim104 und Testo, begeistern ihre Fans problemlos. Dass ihr „Alle Gegen Alle„-Album nicht nur die Kritiker des Deutschrap-Feuilleton, sondern auch die breite Fanmasse mehr als überzeugt hat, zeigt die feierliche Textsicherheit aller Anwesenden. Deutlich liegt der Fokus des Konzertes auf den Songs des neuen Albums, die exzellenten „Alles Brennt„-Gassenhauer gibt es natürlich trotzdem. Einziger Wermutstropfen für alteingesessene ZM-Verehrer: die ganz alten Hits („Töte deine Helden“, „Entartete Kunst“ oder „Rotkohl“) mussten heute daheim bleiben. Nichtsdestotrotz bietet die Setlist eine bunte Mischung an Parolen voller Gesellschaftskritik und Punchlines, die hier jeder mitgrölt.

Eine kleine Überraschung haben die beiden Wahl-Berliner für ihr Kölner Publikum am Montagabend noch: während der Performance der Beginner-„Füchse„-Neuinszenierung von 2015, entert Featurefreund LGoony, Stadtjunge und Cloud-Rap-Szenekind, die kleine Bühne des CBE. Die Masse ist außer sich, ruft „Jede Nacht, jeden Tag auf der Jagd, denn das Rudel tollt, wenn der Rubel rollt“ mit, als gäbe es den morgigen Dienstag nicht mehr.

Der krönende Abschluss? Eine deftige Champagnerdusche für’s Publikum, die gerade dabei sind, „Endlich wieder Krieg“ zu schmettern, bevor „Alles Brennt“ den Wahnsinnsabend ins Bett schickt.

Autorin & Photocredit: Anna

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