Wem in der alten Lagerhalle am Hawerkamp in der Nacht zum Sonntag anfangs noch kalt war, konnte spätestens nach dem ersten Song die dicke Jacke beiseite legen, da der Saal nach „Colorless“ bereis KOCHTE!


Ein Artikel von Dominik Huttner – Was geht denn ab? Im Gegensatz zu Edding, gehen die Leoniden allemal ab. Und zwar so richtig. Wie gut, das bewiesen die fünf Vollblutmusiker kurz nach Tourstart in der Studentenstadt Münster in der ausverkauften Sputnikhalle.

Es war ein besonderes Konzert. Das erste der Tour, das restlos ausverkauft war. Eines bei dem die Menschen lange vorher anstehen, um besonders gute Plätze zu ergattern. Zudem die Stadt in der die letzte Tour der Leoniden eröffnet wurde. Die Erwartungen des Publikums an die Band, aber auch andersherum waren also groß.

Zum Auftakt stellte sich LUEAM vor. Ex-Sänger von Findus, einer wunderbaren Band, die sich leider aufgelöst hat. Nun ist LUEAM (der bürgerlich ebenfalls Lüam heißt) also solo unterwegs und überzeugt mit einer Darbietung von einfühlsamen, tiefgründigen aber auch direkten deutschsprachigen Songs.

Bereits um 20.00Uhr übernehmen die Leoniden das Ruder, um binnen Sekunden die sowieso schon gute Stimmung auf ein Vielfaches zu maximieren. Sänger Jakob heißt die tobende Menge herzlich willkommen und verkündet, dass die Band sich ebenfalls auf den Abend freut. Man glaubt ihm jedes Wort, wenn man doch weiß wie intensiv das Quintett am neuen Album gearbeitet hat, das erst gut eine Woche auf dem Markt ist.

Ist die erste Hälfte des Sets hauptsächlich noch mit Songs des Debüts gespickt, so wechselt mit „Slow“ die Richtung und die Kieler präsentieren die volle Bandbreite von „Again“ und lassen die Songs live völlig neu aufleben.

WAS GEHT DENN AB? Ist das inoffizielle Motto des Abends, geprägt durch den heimlichen Star der Band Djamin. Und so werden zum Vergnügen der Band immer wieder Sprechchöre durch die feiernde Menge angestimmt, die „LEO-NI-DEN“ und „WAS GEHT DENN AB?“ in abwechselnden Versen zum Besten geben.

Selten, ja wirklich selten erlebt man Publikum und Band in solchem Einklang wie bei einem Konzert der Leoniden. Das weiß auch Sänger Jakob zu schätzen, der mehrfach die Textsicherheit, die Begeisterung und gute Stimmung bei den Fans lobt, und mehr als nur einmal den Sprung in die Menge wagt, um sich tragen zu lassen. Dass er dabei mitunter auch die Kuhglocken in den Händen hält macht die Situation nur noch besonderer.

Was bleibt zu sagen? Die Band verabschiedet sich mit den beiden wohl beliebtesten Songs „Nevermind“ und „Sisters“, animiert die Menge zum kontinuierlichen mitsingen und schafft eine Atmosphäre, die manche Weltstars nicht in ausverkaufte Stadion zaubern.

Wer die Leoniden noch nicht live erlebt hat, sollte sich für einen der noch nicht ausverkauften Termine, schnellstmöglich ein Ticket sichern, um diese Show nicht zu verpassen.



Autor und Foto: Dominik Huttner