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Wenn aus Christine and the Queens „Chris“ wird!

Wenn aus Christine and the Queens „Chris“ wird!

Sie spielt mit Attitüden, männlichen ebenso wie mit weiblichen. Direkt angesprochen und teils in Klischees verpackt. Christine and the Queens meldet sich zurück. Besser gesagt „Chris“ ist da!

Héloïse Letissier veröffentlicht mit „Chris“ den Nachfolger von ihrem Debütwerk „Chaleur Humaine“ und vieles hat sich seitdem getan. Die Französin zeigt sich selbstbewusster als je zuvor. Die Streichung eines Teiles ihres Names Cristine and the Queens war die Verbildlichung dessen, was einen nun erwarten darf. Ihr Soloprojekt wurde einfach zu „Chris“.

Die Haare kürzer, das Auftreten athletischer und voller sexueller Anspielungen präsentiert sich ihr neues Ego in voller Ambiguität. Sie zeigt mehr ihre Weiblichkeit, umspielt dieses aber in einer machohaften Männlichkeit.

Und genau diese Aspekte spiegeln sich in jedem einzelnen Song auf dem Album wieder. Mal in ihrer Muttersprache französisch, mal in englisch. Eines ist ersichtlich, dieses Werk ist voller ambivalenter Charakterzüge, lässt sich in keine wirkliche Kategorie stecken, ist aber wieder tanzbar und mit extrem funkigen Touch.

Überhaupt ist es Pop, Soul oder Funk? Héloïse Letissier hat mit ihrem Ego „Chris“ eine Platte geschaffen, die direkt, voller Sex und für manche frech erscheint. 23 Stücke (Anm. der Redaktion: Das Album erscheint auch in einer „Edition Collector 2CD“) in Französisch und Englisch erwarten einen, wobei 11 Songs die englischsprachigen Versionen sind.

Mit „Damn dis-moi feat. Dam-Funk / Girlfriend feat. Dam-Funk“ gab es den ersten Vorboten auf das Album und hier wurde gleich auch die Richtung angezeigt, sowohl im Sound als auch in der visueller Darstellung im Video. Viel Tanz und das stereotypische Präsentieren von Arbeitern, mit ihren Muskeln, ihrem Spiel mit Frauen.

Thematisch fasst Letissier ihre Texte bzw die Aspekte von „Chris“ so zusammen: „I felt I had to address female desire and its diversity. How sometimes it’s blacked out or ignored. Desiring, hungry, horny females are still something quite suspicious or slightly dirty. I felt like it was important to be more unapologetic about that.“ Die Auflösung von Geschlechtern und vielen Fragen über das Sein und Verlangen bilden somit den Schwerpunkt in den Songs.

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„Chris“ von Cristine and the Queens ist auf jeden Fall eines: sehr Universell und gerade wg seinem Minimalismus sehr tanzbar und voller direkter Aussagen und Kraft á la Madonna oder Janet Jackson zu ihren prägnantesten Zeiten. Der französische Pop ist wieder wach und Héloïse Letissier darf sich zweifelsfrei neben so großen Namen wie Mylène Farmer einreihen.



15.10.2018 | Berlin | Columbiahalle


Autorin: Nina Paul

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