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„Wer schwankt hod mehr vom Weg“: dicht & ergreifend auf der anderen Seite des großen Teichs

„Wer schwankt hod mehr vom Weg“: dicht & ergreifend auf der anderen Seite des großen Teichs

Mit der schönsten Wandtattoo-Lebensweisheit melden sich dicht & ergreifend heute zum Start ins Wochenende bei uns: „Wer schwankt hod mehr vom Weg“! Ein Priester in Frauenkleidern und Drogenpartys in amerikanischen Suburbs – die Wahlberliner von dicht & ergreifend melden sich mit dem zweiten Teil der »Ghetto Mi Nix O« Konzerttournee aus der winterlichen Livepause zurück und haben dazu einen neuen Song samt Video im Gepäck.


»Der Song heißt ja, Wer schwankt hod mehr vom Weg und das Projekt ist im Grunde eine einzige Schwankung«, beschreibt George Urkwell, der auch auf dem Regiestuhl saß, die Entstehung des Videos. Geradlinig ist für Kinder mit Lineal. Schon ganz zu Anfang waren die Dichtis ja auch nur auf das Mutterland des HipHop als Drehort gekommen, weil ein ausgewanderter Fan sie unbedingt mal in der Nähe haben wollte und seine Unterstützung beim Videodreh anbot. Also kamen sie, allerdings mit ganz anderen Plänen im Gepäck.

Eigentlich hatte man schon ein fertiges Runaway-Roadmovie-Skript, welches in letzter Sekunde jedoch daran scheiterte, dass sich vor Ort in Buffalo nicht die passenden Hauptdarstellerinnen fanden. Kurzerhand wurde alles über den Haufen geworfen und über Nacht eine völlig neue Idee ausgearbeitet. Die Vorbereitungen seien ein zäher Kampf gewesen, gesteht Urkwell, genau bis zum diesem Moment, »als alles zu Schwanken angefangen hat



Die Produktionsphase des Videos ist damit die perfekte Verlängerung des Songs und Bestätigung des Songtitels zugleich. In 15 Mini-Shortstories veranschaulichen die beiden Rapper Lef Dutti und George Urkwell im Text, wie Richtlinienhörigkeit die Lebensqualität verringert und was passieren kann, wenn man mit sensiblen Antennen durch den Alltag geht und sich auch mal außerhalb von Routinen, Schubladendenken und Komfortzonen einfach vom Flow treiben lässt – und sie taten genau das dann eben auch. Im Vorbeigehen entdeckte Drehorte, die rein zufällig perfekt mit Outfits aus spontanen Second-Hand-Shopping Touren matchen, oder ein einfach so auftauchendes Albino Reh auf einem Friedhof kann man mit keinem noch so detaillierten Drehplan erzwingen.

Selbst Hauptdarsteller Stanley Cohen, der in der Rolle des Priesters mit geheimen Doppelleben die perfekte Personifizierung des sich locker Machens abseits jeglicher Konventionen ist, kannte bisher nur Theaterbühnen und wurde im neu gewonnenen Freundeskreis aufgegabelt und zum ersten Mal in seinem Leben vor eine Kamera gezogen. Wer sich nach dem Video so fühlt, als hätte er beim Flexibilitäts-Selbstcheck eher in Richtung eingerostete Bahnschranke abgeschnitten, dem könnte das im Song propagierte Purple Hells (Shoutouts an Prince und Jimi Hendrix) als Trägerrakete in die unendlichen Weiten der Spontanitätsgalaxie helfen.

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Oder wie es im Text heißt: »Dats doch a moi a weng a Kush ins Bier! Und des Ganze bitte unfiltriert und dann schauma wos mid uns bassiad«. Kleiner Tipp: Schmeckt noch besser auf einem der anstehenden Konzerte.


DICHT & ERGREIFEND live

26.07.2019 Rothenfels – Schere Stein Papier Festival
27.07.2019 Oberammergau – Heimatsoundfestival
02.08.2019 Eching – Brass Wiesn Festival 2019
10.08.2019 Aichach – Stereostrand Festival
17.08.2019 Obertraubling – Airport Open Air
22.08.2019 Jena – Kulturarena
23.08.2019 Lembach (AT) – Lembach Open Air
24.08.2019 Eggenfelden – Gern Geschehen Festival
25.08.2019 Appenzell (CH) – CLANX Festival 2019
14.09.2019 Pyras – Hopfenpflücker Festival
21.09.2019 Baden (CH) – Werkk
26.09.2019 Erlangen – E-Werk
27.09.2019 Schaffhausen (CH) – TapTab
28.09.2019 Solothurn (CH) – Kofmehl
02.10.2019 Berlin – LIDO
11.10.2019 Wien (AT) – FLEX
12.10.2019 Salzburg (AT) – Rockhouse
26.10.2019 München – OLYMPIAHALLE * Tourabschluss


Presse: Zipfe Adam Records / Photocredit: Ana Baumgart

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