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William Fitzsimmons veröffentlicht mit „“Dancing On The Sun“ den letzten Vorgeschmack vom kommenden Album

William Fitzsimmons veröffentlicht mit „“Dancing On The Sun“ den letzten Vorgeschmack vom kommenden Album

Im Laufe seiner Karriere hat sich William Fitzsimmons einen Namen damit gemacht, ehrliche und nach innen gerichtete Folksongs zu schreiben. Songs, die freimütig und unerschrocken die Entwicklung seiner Selbst untersuchen, während sie geschickt Williams Talent für tragende Melodien und eingängige Arrangements nach außen kehren. Dabei ist es kein Zufall, dass sich die Themen oft aus den dunkleren Bereichen der menschlichen Existenz speisen.

Seit seinem Debütalbum “Until When We Are Ghosts” hat Fitzsimmons knapp ein Dutzend Alben, EPs und Live-Aufnahmen voller tiefgründiger und zutiefst persönlicher Inhalte veröffentlicht. Dabei macht der US-Amerikaner beim Songwriting vor keinem noch so intimen Ereignis aus seinem Privatleben halt. William schrieb über seine Kindheit als Sohn von Eltern mit Behinderung, die Erfahrungen im Zuge von zwei Scheidungen, die Adoption seiner beiden Kinder und die Zeit vor seiner Musikkarriere als Therapeut für Menschen mit psychischen Krankheiten.

Sein 2018er Album “Mission Bell” erzählt von der Trennung seiner damaligen Frau aufgrund ihrer Untreue. Als er erkannte, dass ihre Trennung, trotz aller Versuche die Ehe zu retten, permanent sein würde, begann William Fitzsimmons an einem neuen Album zu arbeiten. Sowohl als Antwort auf die anstehende Scheidung als auch auf seine eigenen turbulenten Verhaltensweisen. Mit “Ready The Astronaut” legt er nun ein kraftvolles Zeugnis auf seine eigene Vergangenheit ab. Dabei verwebt er die eigenen Erlebnisse mit der bekannten Erzählung von Ikarus und beweist, dass er die Höhen und Tiefen des Lebens akzeptiert hat, in dem er deren Einfluss auf die Zukunft anerkennt.

Verglichen mit seinen sonstigen kreativen Ausbrüchen, entstanden die weiteren Songs eher mit Bedacht und geplant. Vielleicht aufgrund der inhaltlichen Ebene, aber sicher aufgrund der äußeren Umstände. Nachdem die Ehe als irreparabel galt, fand sich William Fitzsimmons auf Tour wieder und entschied, sich seinem, wie er sagt, “rock and roll walkabout” hinzugeben – gewissenlosem Exzess. Etwas, dass ein Mann, der bereits mit 19 Jahren das erste Mal verheiratet war, noch nie so erlebt hatte.

Zu der Zeit begann auch der Mythos von Ikarus als Thema für das Album in seinem Kopf Gestalt anzunehmen. Anstatt seine Füße auf dem Boden zu lassen, Bilanz zu ziehen und von Vorne zu beginnen, beschloss Fitzimmons zu fliegen. Aber ähnlich wie der mythologische Sohn Daedalus’ gewarnt wurde, auf die Höhe zu achten, damit das Wachs seiner Flügel nicht in der Sonne zu schmelzen beginnt, stellte auch der Musiker fest, dass seinem eigenen Flug nicht ausreichend Vorbereitung vorausgegangen war. Auch die zweite, oft übersehene Moral der Fabel von Ikarus sollte William Fitzsimmons zeitnah am eigenen Leib erfahren – die Warnung nicht zu tief zu fliegen um die Zerstörung des Gefieders durch das Meersalz zu vermeiden:

I was having a blast, but it was extreme and I hadn’t allowed myself the chance to healMy life has always been very up and very down. In fact, ‘down’ is a common theme in the record. The Icarus myth is usually abbreviated as a moral against pride, but the idea of ‘ascension-ism’—that I’m going to be greater and go farther than anyone thinks is possible—also includes the idea that there’s a crash coming. Even while I was living in this self-destructive way, I just didn’t care—if I couldn’t have what I wanted then I was gonna watch myself and the whole world around me burn. So some of the songs are about me coming to terms with the end of not just the marriage but the end of the life that I thought I was gonna have, and the other half is about those experiences after the fact, when I was trying to be somebody I wasn’t. There were a lot of crashes, but even that’s not necessarily a bad thing.”

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Nach seinem Umzug in die Kleinstadt Jacksonville, Illinois, führte Fitzsimmons die Arbeit am neuen Album fort. Während “Mission Bell” als Reaktion auf die vorausgegangene Trennung eher instinktiv, aus dem Bauch heraus und mit einem Rest an Hoffnung für die Zukunft der Beziehung entstand, schlugen die neue Songs wie “Dancing on the Sun”, “Down with Another One” und “You Let Me Down” härtere Töne an und repräsentieren damit auch eine vollständige Antwort auf die Endgültigkeit der Situation. Für den Songwriter finden sich Trauer, Wut, Betrug und Frustration in seinem neuen Album, aber auch ein großes Maß an Resignation und Frieden – Qualitäten, die William als die ihm wichtigsten Charakteristika eines jeden Musikstücks beschreibt.

Über die letzte Vorabsingle „Dancing On The Sun“ sagt Fitzsimmons: „Love is a force like no other. It leads us to acts of unfathomable sacrifice, and also to unspeakable harm. It can cause us to feel joy that is not explainable with words; like dancing on the sun or walking upon water. But when we deny reality, when we forget that we are in danger of falling to the sea. Dancing on the sun is a morale about being caught up in passion, but forgetting that pain and pleasure are never too far from each other.”

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