Deaf Havana sind eine der Bands, die in Deutschland leider noch viel zu unbekannt sind. In Ihrer Heimat England spielen die Jungs auf den großen Bühnen und füllen ganze Konzerthallen. In Deutschland reicht es momentan erstmal nur für die kleineren Bühnen – was definitiv nicht schlechtes ist, denn seien wir mal ehrlich, deine Lieblingsband auf einer kleinen Stage fast hautnah zu begegnen bleibt unübertroffen.


Die Fanbase, die sich die britische Band hierzulande aufgebaut hat, gilt als absolut treu und so war es am gestrigen Abend nicht verwunderlich, den Rockpalast der sich in der Matrix Bochum befindet, gut gefüllt zu sehen.

Dass das Tourleben nicht nur aus Beer and Booze besteht, hat Sänger James Veck-Gilodi uns bereits letzte Woche im Interview zu Ihrer „Ritutals“-Tour verraten. Seitdem der Tourbus losgefahren ist, ist fast die gesamte Band nacheinander krank geworden. Auch die Vorband Airways, die Deaf Havana in Deutschland begleiten sollte, ist davon nicht verschont geblieben. Anstatt der ebenfalls aus England kommenden Alternativeband stehen diese Woche Sänger James und Gitarrist Matt auf der Bühne und spielen zum Anheizen ein Akustikset.

Gespielt werden Songs, die wahrscheinlich Jeder auch noch mit Alkoholpegel mitsingen kann: unter anderem Robbie Williams „Angels“ und natürlich der absolute Klassiker „Wonderwall“ von Oasis. Die beiden Bandmitglieder bringen das so charmant über die Bühne, dass man den Supportausfall gut verschmerzen kann.

Eine halbe Stunde später steht dann die gesamte Band auf der Bühne des Rockpalasts. Deaf Havana spielen an diesem Abend ältere Songs gemischt mit Songs Ihres aktuellen Albums „Rituals“. Doch egal ob Klassiker oder brandneu, das Publikum kann bereits jeden Songzeile mitsingen. Davon sichtlich begeistert spielen Deaf Havana großartige Songs wie „Trigger“, „Happiness“, „Cr33pin“ und natürlich „Holy“ und „Hell“. Während des ganzen Sets überzeugen die Briten mit Ihrer positiven Ausstrahlung und guten Laune, die auch das Bochumer Publikum ansteckt. Während Sie mit breitem Grinsen auf der Bühne stehen und sichtlich Spaß haben geht die Masse vor der Bühne mit.

Wahrscheinlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Deaf Havana auch in Deutschland richtig angekommen sind. Bis dahin dürfen es Ihre Fans noch genießen die Briten in persönlicher Atmosphäre anzuhören. Wer das nicht verpassen möchte, sollte sich schnell noch Tickets für die kommenden Shows in Münster, Stuttgart oder Köln besorgen.



Autor & Foto: Lisa Schulz