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Québec This #2 – Neue Musik aus Montreal und Umgebung

Québec This #2 – Neue Musik aus Montreal und Umgebung

Mitte April schickten wir euch an dieser Stelle den ersten Sampler mit spannenden Acts aus Kanada. Genauer gesagt: aus der französischsprachigen Provinz Québec im Osten des Landes, dessen größte Stadt Montreal ist. Ein Name, den man seit den Nullerjahren in vielen Musikmagazinen lesen konnte.

Zum Beispiel, wenn Arcade Fire dort in einem kleinen Club erste Songs aus einem neuem Album vorstellten, oder wenn man sich daran erinnerte, dass Grimes nicht immer bei Elon Musk gewohnt hat, sondern aus Montreal stammt. Oder aber auch, wenn man in die Vergangenheit von Chilly Gonzales eintauchte, der dort Jazz-Piano studierte. Überhaupt: Jazz! Welche Stadt kann sich schon rühmen, mit dem Festival International de Jazz de Montréal das größte und renommierteste Jazz-Festival der Welt zu hosten? Eben.

Mit diesem Sampler möchte allerdings niemand der goldenen Vergangenheit nachhecheln. Das hat weder Montreal, noch Québec, noch Kanada nötig. Denn dort geht immer noch einiges in Sachen neuer Musik. Los geht es mit dem Electro-Soul-HipHop-Kollektiv Busty And The Bass, die sich hier im Geiste der Landsmänner Bran Van 3000 smooth groovend und leicht angekifft an „ET“ erinnern. Weiter geht’s mit einem vielversprechenden Namen der Québecer Hip-Hop-Szene Zach Zoya, der sich für „Patience“ mit JUNO Award Gewinner Matthew Burnett, Grammy Award Gewinner Boi-1da und Multi-Platin-Produzent Don Mills zusammengetan hat. Hymnischer, aber reduzierter, unter die Haut gehender Folk kommt von The Franklin Electric und „The Greatest Love of All“, die sicher manchmal mit den Fleet Foxes wandern gehen. Coole elektronische Sounds gibt es derweil von der aus Südamerika stammenden und nun in Montreal wirkenden Produzentin, Cellistin, Harfenistin und DJane Ouri. Fans von EBM und New Wave, die trotzdem beim Tanzen nicht nur auf der Stelle laufen wollen, dürften ihr dunkles Herz für Das Mörtal öffnen, dessen Karriere einen Ursprung in der Berliner Elektro-Szene hat.

Die Compilation findet ihr auch auf SpotifyYouTube und Apple Music.

Busty and the Bass – ET

Busty and the Bass haben ein Jahrzehnt auf die Veröffentlichung von „Eddie“ hingearbeitet, ihrem zweiten Album, das 2020 auf Arts & Crafts erschien. Von einer instrumentalen Campus-Party-Band zu einer Band, die auf internationalen Festivals spielt und Venues in ganz Nordamerika ausverkauft, hat sich die Band um Freundschaft und die Liebe zur Musik, versammelt, um ein echtes Statement-Album zu machen.

Zach Zoya – Patience feat. Angel

Zach Zoya ist einer der vielversprechendsten Sänger, Rapper und Autoren Québecs. Für seine EP „MISSTAPE“ (2018), die unter dem Hip-Hop-Label Disques 7ième Ciel veröffentlicht wurde, hat er sich mit High Klassified zusammengetan. Im Jahr 2020 veröffentlichte Zoya seine neue EP „Spectrum“ über Disques 7ième Ciel und Universal Music Canada. Dabei bewies er, dass er über eine exzellente Technik, schöne Lyrics, umwerfende Melodien und einen agilen Flow verfügt. Wir präsentieren euch hier „Patience“, produziert vom Grammy-prämierten Multi-Platin-Produzenten Boi-1da und mit der britischen R&B-Künstlerin Angel im Feature.

Steve Hill – Cold Hearts

Steve Hill, der als einer der produktivsten Gitarristen Kanadas gilt, liefert seit Beginn seiner Karriere wilde, ehrgeizige Auftritte und überzeugende Alben. Er hat über 2.500 Konzerte in vielen Besetzungen gespielt. In den letzten 8 Jahren tourte er ausgiebig durch Kanada und Europa, um seine von der Kritik hochgelobte Solo Recordings-Album-Trilogie und seine One-Man-Band-Show zu präsentieren. Steve begann seine Karriere 1993 als 18-jähriger Gastmusiker und veröffentlichte 1997 sein erstes Album.

The Franklin Electric – Greatest Love Of All

Seit sie 2014 mit ihrem Debütalbum „This Is How I Let You Down“ auf den Markt kamen, haben The Franklin Electric über 400 Shows absolviert und die Welt an der Seite von Mumford & Sons, Ben Howard, Edward Sharpe und City & Colour bereist, um nur einige zu nennen. Auf dem Weg dorthin markierte das Album „Blue Ceilings“ von 2017 einen wichtigen Meilenstein, der zu einer Nominierung bei den kanadischen JUNO® Awards 2018 in der Kategorie „Breakthrough Group of the Year“ führte. Im Februar 2020 begaben sich TFE nach Nashville, um eine neue EP mit dem Titel „Never Look Back“ aufzunehmen, die jetzt erschienen ist.

Ouri – Too Fast No Pain feat. Mobilegirl

Ouri ist Produzentin und darstellende Künstlerin, DJane, Cellistin und Harfenistin, Sängerin, Songwriterin und Komponistin. In der elektronischen Musikszene bekannt für ihren breit gefächerten Sound, wächst Ouri in der nächsten Phase ihrer Karriere als Solokünstlerin über diese Grenzen hinaus. Sie wurde für das Bass Camp der Red Bull Music Academy ausgewählt und erlebte einen schnellen Aufstieg als Produzentin und Songwriterin. 2018 war sie Headlinerin der Boiler Room Show in Montreal und unterschrieb bei Ghostly für die ihre letzte EP.

Das Mörtal – It Comes

Das Mörtal begann seine Karriere in Berlin, inspiriert von Künstlern wie Steve Moore und Aphex Twin. Der Produzent kreiert einen obskuren und nostalgischen Sound, der Einflüsse von deutschem Techno bis hin zu Horror- und Science-Fiction-Filmsoundtracks mischt. Das neue Album Miami Beach Witches, veröffentlicht am 30. Oktober 2020, bringt seine Vision zuvor, in der Neonlichter, Strände und erhebende Beats von klassischen Acts wie Miami Sound Machine auf die Sensibilität der Goth/Emo-Musik von Depeche Mode treffen.

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New Bleach – Stranger

New Bleach ist das neue Indie-Pop-Projekt von zwei Mitgliedern der bekannten Quebecer Rockband Caravane. Dominic Pelletier und Raphaël Potvin wählten den Ansatz des Heimstudios, um neue klangliche Territorien zu erkunden und Musik zu schaffen, die sich zeitgenössisch und dennoch intim anfühlt. Das Duo machte sich schnell einen Namen in der Szene und veröffentlichte Songs, die analoge Synthesizer-Texturen, organische Instrumentierung, synthetische Beats und impressionistische Poesie kombinierten, Collagen aus modernen und Vintage-Einflüssen.

Wake Island – Born To Leave

Wake Island ist ein elektronisches Produzentenduo, ursprünglich aus Beirut und jetzt in Montreal und NYC tätig. Sie lassen nahöstliche Klänge in Techno inspirierte Beats und 80-90er Pop/Rock einfließen. Mit ihren Shows, DJ-Sets und LayLit, einer von ihnen mitbegründeten Party in New York, die die musikalische Vielfalt der MENA-Region und ihrer Diaspora feiert, festigt die Band ihren Platz in der arabischen und queeren Szene. Ihre kommende LP „Born To Leave“ erkundet ihre Identität aus verschiedenen Blickwinkeln durch Songs in drei Sprachen.

 

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