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Im Wortwechsel mit KICKER DIBS

Im Wortwechsel mit KICKER DIBS

Für frischen Wind im deutschen Indie-Rock-Business sorgen Kicker Dibs aus Berlin, die gerade ihr Debütalbum „Vagabund“ veröffentlicht haben. Anna hat ihnen für den Wortwechsel Fragen zur Albumentstehung, der Romantisierung des Tourlebens und zum Winter in Berlin gestellt.

Liebe Kicker Dibs, ich hoffe, es geht euch gut! Wie ist die Stimmung in der Releasewoche?

Kicker Dibs: Uff, etwas surreal! Man arbeitet so lang darauf hin und dann ist es plötzlich draußen. Man lässt es einfach los – aber was zurück kommt, ist überwältigend schön. Ganz viele liebe Nachrichten von Menschen, die wir nicht kennen, denen aber unsere Musik ganz viel gibt…Die Stimmung ist also famos!

Ihr macht schon über 10 Jahre Musik – wann stand da das erste Mal das Thema „Debütalbum“ im Raum?

Kicker Dibs: So ziemlich jedes Jahr ein paar mal! Leider gibt es aber dann doch immer Variablen, die eine große Rolle spielen. Soundfindung, Songauswahl, richtiger Zeitpunkt, ein Team, das Lust hat und jetzt zuletzt leider auch eine Pandemie, die unsere Pläne etwas über Bord geworfen hat…

Als großer Indie-Fan freue ich mich sehr über den Sound eures Albums. Welche Bands haben euch geprägt?

Kicker Dibs: Das freut uns natürlich sehr! Vielen Dank! Soundlich haben uns verschiedene Bands geprägt. Wir lieben die großen und dick aufgetragenen Produktionen von z.B. Green Day oder Foo Fighters. Aber gerade auch die roughness von den SWMRS oder die Rohheit von Milliarden oder Selig gefällt uns sehr. Irgendwo dazwischen haben wir mit Manfred Faust eine handgemachten, aber dicken Sound kreiert.

Ich stelle mir immer gerne vor, wie Musik das Leben wie im Film untermalt, passenderweise habt ihr den Filmscore für „Tigermilch“ geschrieben. Hat euch diese Erfahrung beim Sound von „Vagabund“ geholfen?

Kicker Dibs: Durch die Arbeit am Tigermilch Score sind wir sehr experimentierfreudig geworden. Wir haben damals z.B. mit Gläsern Flächen erzeugt und mit Geigenbögen Gitarre gespielt. Beim Song “Vagabund” haben wir die Gitarre mit 5 Mikrofonen abgenommen – dass erste stand direkt am Amp und das letzte hinten in der Küche. Wir haben mittlerweile auch eine kleine Orgel geerbt, die man hier und da auf dem Album entdecken kann!

Ich stelle mir immer gerne vor, wie Musik das Leben wie im Film untermalt, passenderweise habt ihr den Filmscore für „Tigermilch“ geschrieben. Hat euch diese Erfahrung beim Sound von „Vagabund“ geholfen?

Kicker Dibs: Durch die Arbeit am Tigermilch Score sind wir sehr experimentierfreudig geworden. Wir haben damals z.B. mit Gläsern Flächen erzeugt und mit Geigenbögen Gitarre gespielt. Beim Song “Vagabund” haben wir die Gitarre mit 5 Mikrofonen abgenommen – dass erste stand direkt am Amp und das letzte hinten in der Küche. Wir haben mittlerweile auch eine kleine Orgel geerbt, die man hier und da auf dem Album entdecken kann!

Wenn wir zusammen im Proberaum, Studio oder auf der Bühne stehen, sind wir für die 3 Minuten Song kurz weg – da wo niemand sonst ist.

Auf dem Titeltrack singt ihr im Refrain so schön „mein Herz will raus“, ein ziemlich passendes Gefühl in diesem Dauerlockdown. Wie bleibt man Vagabund, wenn man zumindest physisch nicht wirklich weit kommen darf?

Kicker Dibs: Durch Musik! Also so ist das zumindest für uns. Durchs Hören, aber auch gerade durchs Machen. Wenn wir zusammen im Proberaum, Studio oder auf der Bühne stehen, sind wir für die 3 Minuten Song kurz weg – da wo niemand sonst ist. Das ist für uns vagabund, auch wenn man gerade nicht weit weg sein kann.

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Grad für aufstrebende Bands mit Debütalbum im Gepäck ist das Ausbleiben einer Kulturszene bestimmt beschissen. Wie erlebt ihr diese Zeit? Und wie bleibt ihr bei Laune?

Kicker Dibs: Es ist generell nicht einfach in der Kultur- und speziell der Musikszene Fuß zu fassen. Als jetzt noch die Pandemie kam, gab es schon den einen oder anderen lethargischen und hoffnungslosen Moment. Allerdings sind wir echt gut durchgekommen und sich unfassbar dankbar für die Leute, die uns unterstützen und unsere Musik hören in diesen schwierigen Zeiten – das gibt uns immer wieder Kraft. Und ansonsten wie immer: Freunde und Bierchen!

Apropos Touren: Ich hab euch damals als Support von SIND im Kölner Blue Shell gesehen, das war schön! Lernt man von anderen Bands tatsächlich so viel, wie im Tourrausch immer romantisiert wird?

Kicker Dibs: Wir merken auf jeden Fall für uns: je länger wir keine Konzerte spielen, desto mehr romantisieren wir das Tourleben! Wir vermissen es mehr denn je und wir brauchen auch den Austausch mit anderen Musiker*innen, um daraus was für uns mitzunehmen. Es tut gut, mit Mitstreiter*innen sich über Spotify aufzuregen oder sich zu freuen, wie geil bitte Musikmachen ist!? Wir lernen viel von anderen!

Mich zieht es ab Herbst in die Hauptstadt und der Abschlusssong „Winter in Berlin“ ist für die ersten Monate eine gute Einstimmung. Eine Jahreszeit in einer Stadt, über die man auch außerhalb der Stadtgrenzen viel philosophiert. Wie kommt man durch den Winter in Berlin? Und gibt es in euern Augen auch gute Momente in dieser Zeit?

Kicker Dibs: In Berlin gibt es zum Glück immer gute Moment – ja, sogar im Winter. Aber ohne Freunde, Konzerte und Kneipen war der Winter deutlich kälter. Wir empfehlen den Winterschlaf zwischendurch auch einfach mal zuzulassen – Couch, Netflix leer schauen und Teetrinken – der nächste Sommer kommt immer und mit ihm die Energie!

Wenns bald irgendwann wieder so richtig losgeht: Worauf freut ihr euch am meisten? Und welcher Song muss endlich mal live gespielt werden?

Kicker Dibs: Tatsächlich haben wir den Song Vagabund noch nie live gespielt. Wir freuen uns riesig darauf. Und worauf wir am meisten Bock haben, ist das Unterwegssein. Jede Nacht neue Menschen und Städte kennenlernen, Felder vorbeiziehen lassen und nichts außer die Musik ist für 20 Konzerte im März 2022 wichtig für uns – kommt alle vorbei! Wir können es kaum erwarten!

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