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Im Wortwechsel mit LUI HILL | TRACK BY TRACK

Im Wortwechsel mit LUI HILL | TRACK BY TRACK

Am Freitag erschien mit „Creatures“ die neue EP von LUI HILL. Im Track by Track erklärt uns der Künstler, was hinter den sechs Songs, die während des Lockdowns entstanden sind, steckt.

01_CREATURES

Creatures“ ist der letzte Songs der fertig wurde und der erste in der Tracklist, wie man unschwer erkennen kann auch der Namensgeber dieser EP.

Der Song hat irgendwie so schön Haare auf den Zähnen und kam so unmittelbar und schnell um die Ecke, dass ich erst gar nicht recht einordnen konnte, in welches Paradies dieser Vogel wirklich gehört. Eine Session, in der man den ganzen Tag mehr vor Synthesizern tanzt, als sie zu spielen ist ein gute Session. Zumindest ein großartiger Tag, den ich dann auch noch mit einem guten Freund verbringen durfte. Niklas, Gitarrist meiner Live-Band und enger Freund wie Berater, wenn es um knifflige musikalische Entscheidungen geht, hat diesen Song maßgeblich geprägt und geschrieben.

Alles ist an einem Tag entstanden und die Vocals blieben ganz rough mit all der schrottigen Magie des ersten Takes.

02_TALK TO YOU

In „Talk To You“ kommt die gesellschaftskritische und reflektierende Kreatur in mir zu Wort. Wie sehr sind wir Dingen verfallen, die wir eigentlich verabscheuen und merken es gar nicht? Musikalisch wurde an diesem Frankenstein aus Klavierballade, verzerrten 808 Bässen, und Jazzdrums auf Steroiden noch ein mal alles verändert, um dann wieder auf die Uhrform des Song zurückzukehren. Ich wollte doch, dass meine Musik mehr atmet und luftig bleibt, und hätte beinahe diesem funky Frankenstein die Bude mit nutzlosem Inventar wieder vollgestellt. Uff, nochmal gut gegangen!

03_HOW MANY MOONS

Ist der klassischste Song auf dieser EP. Völlig neu für mich war, dass die Lyrics vor der Musik fertig waren. Das passiert sonst eigentlich nicht.

Die Lyrics habe ich im Wald gefunden, so beim Laufen, es war dunkel und der Mond schien hell. Ist schon alles sehr romantisch, aber das ist eben auch eine Seite von mir. Wie schön, dass ich zu dieser Zeit das alte Klavier meiner Mutter zur Hand hatte und die Akkorde auch sehr schnell zu den milchmondfarbenen Wörtern gefunden wurden. Die Resonanz auf diesen Song haut mich gerade richtig um. So schön zu hören, dass er mit so vielen gerade connected.

04_HOW DOES IT FEEL

Ich weiß nicht mehr, wer es gesagt hat, aber es war in einem Interview eines Musik-Podcasts den ich kürzlich gehört habe, da meinte jemand „um die schönsten, sonnigsten Orte zu beschreiben schließ dich in ein dunkles Verließ ohne Fenster ein und fang an zu schreiben„. Was macht ihr, wenn euch vor lauter Lockdown und Einsamkeit die Decke auf den Kopf fällt? Vielleicht denkt ihr an die besseren Zeiten, meditiert euch an den persönlichen „happy place“, einen unvergesslichen schönen Moment, zurück . Genau das habe ich mit diesem Song versucht. Ich habe mich an dieses Festival Wochenende in Barcelona 2018 mit Freunden zurückgebeamt.

Dieser Song ist sozusagen ein Manifest an die Freundschaft die Euphorie dieser Tage.

05_SIDEWINDER

Mein Debüt-Album ist durch und durch autobiographisch, davon wollte ich mich bei dieser EP mehr und mehr lösen. Wie soll man auch immer so viel dramatisches und tierschürfendes erleben, während man gezwungenermaßen fast nur zuhause oder im Studio sitzt?

In meinem Studium habe ich mich mit den Kompositionen des Jazztrompeter Lee Morgan beschäftigt, über seine dramatische Lebensgeschichte wusste ich nichts zu diesem Zeitpunkt. Die Dokumentation „I called him Morgan“ hat mich krass berührt und ich musste diese Zeilen schreiben. Produziert und geschrieben habe ich diesen Song mit Llucid (Madanii & Llucid), wir haben diese traurige Geschichte absichtlich in ein sportliches Cabriolet gesetzt, weil es war Sommer und das Studio hatte 90 Grad, da tut Fahrtwind gut!

06_LOVIN’ TO LOSE YOU

Ist mein Lieblingssong. Warum kann ich gar nicht so recht beschreiben. Aber wenn man einen Song nach dem tausendsten Mal immer noch hören kann, ist das ein gutes Zeichen. Dieser Song beschreibt das Wesen in mir, dass sich gerne selbst betrügt.

Beschreibt das verliebt ins Verliebtsein, das High das man nicht verlassen möchte auch wenn irgendwie alles dagegen spricht. Ich weiß, irgendwann falle ich, aber bis dahin lass mich noch einen Moment hier oben, dafür verbiege ich gerne alles, die Realität, Worte, später meine Nase wenn ich gelandet bin.

THE MELLOW MUSIC präsentiert: LUI HILL auf Creatures Tour 2022
27.04.2022: Berlin, Berghain Kantine
28.04.2022: Hamburg, Häkken
29.04.2022: Darmstadt, 806qm
30.04.2022: München, Heppel & Ettlich
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