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Neu auf dem Videomarkt #214

Neu auf dem Videomarkt #214

Das finale Wochenende im März 2021 ist gestartet. Die Welt wird wieder langsam bunter. Zeit also, sich mit guter Musik und den visuellen Umsetzungen den letzten monotonischen Trübsalsgedanken wegzuhauchen.

Genetikk

„Wir haben uns schon immer abgeschottet und in unserer eigenen Welt gelebt. Seit einem Jahr tut es auch der Rest der Welt unweigerlich – und vielleicht können die Menschen jetzt ein bisschen besser nachvollziehen, was in uns vorgeht.“ – Genetikk

„Es gibt in Deutschland niemanden, der Rap so sehr liebt wie wir“, sagen Kappa und Sikk. „Wir denken an nichts anderes außer Rap. Wir stehen damit auf, wir verbringen unseren Tag damit, wir schlafen damit ein und wir träumen davon.“ Was klingt wie eine typische Deutschrap-Pose, ist bei Genetikks neuem Album Blaupause.

„MDNA“ steht für Mass Destruction New Age. Man kann in diesen Titel viel hineininterpretieren. Über neue Weltordnung, kollektive Verdummung und Revolutionsdenken im Angesicht unser aller Realität des 21. Jahrhunderts. Collagenartig und assoziativ haben Genetikk all das, ihre Wahrheit und ihre Sicht auf die Welt, in die Musik einfließen lassen. Mit „MDNA“ stellen Genetikk einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis: Sie sind das Gegenteil von Evolution. Die Antithese zu Deutschraps Zukunft. Genau das macht „MDNA“ zu einem Album für die Ewigkeit. „Wir machen classics“, sagen Kappa und Sikk selbst – und dem ist auch im Hinblick auf „MDNA“ eigentlich nichts hinzuzufügen.

Das Video zur ersten Single „Requiem“ gibt es ab sofort  zu sehen:

Elderbrook

Der Grammy-nominierte britische Künstler Elderbrook meldet sich mit der Videosingle „Body“ zurück, seiner ersten neuen Musik des Jahres.

Es war eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die sich 2017 aus einem zufälligen Last-Minute-Meeting zwischen dem Londoner Sänger Elderbrook und dem DJ-/Musikproduzenten-Duo CamelPhat aus Liverpool entwickelte. Die gemeinsame House-Hymne „Cola“ wurde von einem Favoriten unter Tastemaker-DJs zum meistshazamten Track auf der Partyinsel Ibiza und schließlich zu einem der größten Sounds dieses Sommers. Der Song wurde in Deutschland mit Gold ausgezeichnet und erhielt eine Nominierung als „Best Dance Recording“ bei den Grammy Awards 2018.

Vier Jahre später findet sich das britische Erfolgstrio erneut im Studio ein und veröffentlicht heute mit „Body“ den inoffiziellen Nachfolger zu „Cola“. „Body“ ist eine sinnliche Dance-Hymne, die mit hypnotischer Percussion und sprudelnden Basslines aufwartet, untermalt von Elderbrooks himmlisch guter Stimme.

Das dazugehörige Musikvideo verbindet menschenleere Straßenszenen aus Südkoreas Hauptstadt Seoul mit CGI-animierten Schaufensterpuppen, flüssigen Masken und visuellen Effekten, während die Sonne langsam untergeht und die Lichter der Stadt zu leuchten beginnen. Rechtzeitig zum Beginn der warmen Jahreszeit schickt sich „Body“ an, erneut zum gesetzten Playlist-Bestandteil aller Open-Air-Raves zu werden

Eivør

Die färöische Folk-Electronica-Künstlerin Eivør veröffentlichte ein neues Musikvideo, eine Live-Version von „Gulspunnin“, welches aus ihrem neuesten Album „Segl“ stammt. „Gulspunnin“ wurde von Dan Heath, der auch schon mit Lana Del Rey zusammengearbeitet hat, produziert und ist Eivørs Liebesbrief aus Kopenhagen an ihr Elternhaus auf den abgelegenen Färöern. „Segl“ – mit Auftritten von Ásgeir und Einar Selvik aus Wardruna – ist die Fortsetzung von Eivørs vielgelobtem „Slør“ aus dem Jahr 2017. Eivør hat die neueste Serie des Netflix / BBC-Flaggschiffs The Last Kingdom vertont, und ihre Musik wurde zuvor auf Homeland & Game Of Thrones synchronisiert.

Mit einem Titel, der aus dem Färöischen als „in Gold gehüllt“ übersetzt wird, wurden die Texte für „Gulspunnin“ als Gedicht des färöischen Dichters Marjun Syderbø Kjelnæs verfasst. Eivør spricht über den Titel, der heute neben einem Musikvideo von der isländischen bildenden Künstlerin Anna Maggy erscheint. „Die Hauptinspiration für ‚Gullspunnin‘ kam von einem gewissen Gefühl, das ich oft bekomme, wenn ich wieder zu Hause auf den Färöern bin. Die hellen und nebligen Landschaften haben etwas Faszinierendes, das eine Art Nostalgie zwischen Glück und Traurigkeit erzeugt – eine Sehnsucht nach etwas Immateriellem. Ich wollte dieses Gefühl und einen gewissen zeitlosen Geisteszustand in diesem Lied widerspiegeln. Das Gedicht von Marjun erzählt eine Geschichte über die Seele, die für immer allein reist, aber in schimmerndes Gold gehüllt ist. Anna Maggy fasziniert mich schon seit einiger Zeit. In ihrer Arbeit konnte ich die gleiche Stimmung spüren, in der ich mich befand, als ich den Song kreierte. Für mich hat sie ‚Gullspunnin‘ wirklich ein visuelles Zuhause gegeben. Es war eine sehr tiefe und kraftvolle Erfahrung, dieses Stück zusammen mit diesen unglaublich talentierten Frauen zu schaffen.“

Culcha Candela

Zugegeben: Hoffnung im Jahr 2021 zu beschwören ist nicht ganz einfach, auch nicht für gute Laune Experten wie die Culchas und ihren Featuregast Bovann.

Nachdem wir alle, gebeutelt von der Pandemie und genervt vom Lockdown, das Jahr 2020 am liebsten vergessen wollen würden, kommt das neue Jahr bisher nicht viel besser daher. Aber was soll man machen, außer positiv nach vorne zu blicken? Die Jungs weigern sich jedenfalls das Glas halbleer zu sehen und freuen sich schon auf bessere Zeiten!

Der Song ersetzt selbstverständlich keine Impfung aber den Corona Blues vertreibt das auf einem Afro-Trap Beat reitende „Hope“ allemal! Und dann fangen sich die eventuell etwas eingerosteten Hüften von allein an zu bewegen!

Der Featuregast Bovann und die Culchas haben sich über TikTok kennengelernt, wo sie seit kurzer Zeit mit viel Spass ihr Unwesen treiben. Bovann ist bereits etwas länger und äußerst erfolgreich auf dieser Plattform als Creator unterwegs (1,1 Millionen Follower) und auch dort ein echter gute Laune Garant! So viel geballte Positivität konnte nur in einem hoffnungsvollen Tanzbrett für die ausgehungerte Gemeinde gipfeln! Und genau das ist „Hope“ mit seiner passenden Dance Challenge geworden!

„Gimme hope, ja zusammen schaffen wir das schon!“

Charity Children

Mittlerweile sind sie Ex-Liebhaber, die immer noch musikalisch zusammen “funktionieren”. Charity Children, alias Chloë Lewer und Elliott McKee sind zurück mit der coolen, allwissenden, aber zuckersüßen Single „We Loved“, einem Vorgeschmack auf ihr bevorstehendes Album „Almost Young“, das im Spätsommer rauskommt.

See Also


Der Song und das dazugehörige Video sind so theatralisch, mit Vintage vibe, lyrisch, lustig und durch und durch bezaubernd, wie man es von dem Filmemacher-Duo erwarten würde, nur jetzt mit mehr Piano / Keys im Sound und einer Produktion, als ob Tobias Jesso Jr, Soko und Strawberry Switchblade ein Jamboree hätten.

Während das in Berlin lebende und aus Neuseeland stammende Paar seine private Trennung mit einem Genrewechsel vom Indie-Folk hin zum eklektischen Alt-Pop feiert, wird ‚We Loved‘ Herzen heilen und mit seiner witzigen, aber eindrucksvoll andersartigen Sichtweise Gemüter anregen  – und das nicht nur, weil sie ihren Hund Amy, bei dem sie das gemeinsame Sorgerecht haben, mit in die Geschichte einbinden.

„What is ‘working out’ in a relationship anyway? We did work, and then we didn’t… but we still worked“ ist ihre positive Message.

Dem Video ging „eine Woche YouTube-Diät mit Boy-Girl-Band-Choreografien aus den 90ern, schlechten 80er Jahre Green Screens und ABBA Videos“ (Elliott) voraus, um dem „analogen Vintage-Sound der Single gerecht zu werden – so bunt, schrullig und frech wie wir sind (humorvoll auch!) und da der Song so süß ist, haben wir es auf VHS gedreht und Elliott hat analoge visuelle Synthesizer benutzt.“ (Chloe)

Taha

Nachdem Taha bereits mit „Benzin“ (und dem spektakulären dazugehörigen Video) unter „neuem Namen“ seine schon in „Stockholm“ hörbaren Punk-Einflüsse weiterdachte, veröffentlicht er heute einen weiteren Vorgeschmack auf ein ereignisreiches 2021 seine neue Single – das hochexplosive Feature „Panikk“ mit Swiss, Crystal F und Tamas.

Pat Burgener

Pat Burgener, der Profi-Snowboarder & Musiker aus dem französischsprachigen Teil, und Marius Bear, die renommierte Baritonstimme aus dem Appenzeller Land nutzten die Zeit der Pandemie, um sich zusammenzutun und „Waiting On The World To Change‘ zu schreiben, um auf die große Herausforderung aufmerksam zu machen, vor der die gesamte Kulturszene steht.

„Es geht darum, widerstandsfähig zu sein und eine positive Einstellung zu bewahren. Es ist eine noch nie dagewesene Zeit und dieser Song soll allen Künstlern da draußen Mut machen“, sagt Pat.

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